Es ist unbestritten: Was die Schweiz international erfolgreich und wettbewerbsfähig macht, sind  Erfindungen, Innovation, top-„Engineering“, „Know-How“, etc. Was haben alle diese Konzepte gemeinsam? Sie produzieren Daten und Daten können gestohlen werden!

Diese Woche haben die Medien ausführlich über den Datenklau der Deutschen Regierung bei der Credit Suisse berichtet. Obwohl die Vorgehensweise dreist und ungewöhnlich erscheint, wurden hier ganz normale nachrichtendienstliche Vorgehensweisen eingesetzt. Man benutzt Mittelsmänner, um die Identität der Auftragsgeber zu verschleiern und man sucht sich eine Person, in diesem Fall einen Bankangestellten, der als Ziel in Frage kommt. Meistens wird mit Geld geködert. Und schon hat man Zugriff auf sensible Daten, die einen enormen Schaden am Unternehmen anrichten. Zwar ist hier eine Regierung als Auftraggeber identifiziert, nichts desto trotz handelt es sich um einen klaren Fall von Wirtschaftsspionage.

Bei Gesprächen mit Kunden, meist aus dem Bankensektor oder der Industrie, kommt immer wieder hervor wie wenig verbreitet die Wahrnehmung der  Spionage oder Wirtschaftspionage in der Schweiz ist. Unsere Wertvorstellungen und Kultur erlauben es uns kaum zu glauben, dass fremde Regierungen und Unternehmen auf solche Methoden zurück greifen, um jedes Jahr Daten, Informationen, Pläne und Konzepte von Schweizer Firmen zu entwenden. Obwohl die aktive Wirtschaftsspionage weltweit ungehemmt betrieben wird, werden in vielen Fällen unabsichtlich und unwissentlich Daten durch Mitarbeiter an die Öffentlichkeit getragen.

Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass man allein mit technischen Mitteln Sicherheitsprobleme dieser Art lösen kann. Der Mensch, mit seinem Kommunikationsbedürfnis ist nach wie vor das grösste Sicherheitsrisiko im Unternehmen. Bei den unzähligen Fällen, die jedes Jahr aufgedeckt werden, ist meistens ein oder eine Gruppe von Mitarbeitenden das schwächste Glied in der Kette. Deshalb sollten sich Schweizer Unternehmen vermehrt mit dieser Thematik auseinandersetzten und sich Gedanken machen, wie man sein wichtigstes Kapital besser schützen kann. Die Sensibilisierung und Bewusstseinbildung bei den eigenen Mitarbeitern ist ein guter und wichtiger Anfang.

Pete Kaithan

 

Trade Show Intelligence für Industrie – Intelligence und Counterintelligence an Messen
http://www.i-intelligence.eu/de/corporate-services-de/trade-show-intelligence/

Beratung in Informations- und Internetsicherheit
http://www.i-intelligence.eu/corporate-services/advisory-services/information-and-cybersecurity/

Quellen und weitere Literatur:

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/erpressungsversuche_groesste_gefahr_fuer_die_schweiz_1.13198104.html

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/wie_deutschland_die_cs_ausspionieren_liess_1.13592382.html

http://www.i-intelligence.eu/news/2011/01/industrial-espionage-at-renault/

http://www.i-intelligence.eu/news/2010/12/wikileaks-implications-beyond-politics/